Kontrapunktische Formen

19.12.2005 | 00:27 Uhr | Musik

Ich als alter Musikwissenschafts-Student stelle im Gespräch mit beliebigen Dozenten und Kommilitonen immer wieder fest, daß ich eigentlich keine Ahnung von Musik habe, und von Musikwissenschaft noch viel weniger.

Der Beitrag “Die Cracks von ‘Schwarze Mensuralnotation’ und ‘Kontrapunkt 1′ und ‘Kontrapunkt 2′ tauschen sich aus” von Element-of-Crime-Kopf Sven Regener ist allerdings sehr, sehr lesenswert - wie eigentlich alles, was der Mann so schreibt:

Wahr ist allerdings, daß Hamburg-Heiner in schwarzer Mensuralnotation ein so dermaßen schleimerisch-streberischer Überflieger war, daß er sogleich daranging, Beethovens Neunte in schwarze Mensuralnotation zu transkribieren, obwohl das
a) überhaupt nicht geht und ihn auch
b) niemand darum gebeten hatte.

Bei Gelegenheit schreib ich auch mal was über Sven Regener selbst. Der ist schon toll, der Herr Regener.

(Wußtet Ihr eigentlich, daß der Kommilitone vom Lateinischen “Waffenbruder” kommt? Über die Ursprünge des HiWis schweigen wir an dieser Stelle lieber verschämt…)


Süßer die Glocken nie blinken

13.12.2005 | 08:07 Uhr | Internet, Pop und Skurriles

Es ist jedes Jahr dasselbe: Irgendwo in der Nachbarschaft gibt es immer irgendeinen Verrückten, der den ganzen Sommer darauf gewartet hat, daß die Vorweihnachtszeit anfängt, damit er endlich seine zweikommaacht Milliarden Lichterketten und bunten Blinkerräder aus dem Keller holen (in dem wohlgemerkt für anderes schon lange kein Platz mehr ist) und damit seinen Vorgarten schmücken kann, bis die örtliche Stromversorgung in die Knie geht, die Vögel jahreszeitenverwirrt anfangen, vorzeitig aus dem Süden zurückzukehren, die Nachbarn auch bei geschlossenen Rolläden nicht mehr schlafen können, und irgendwelche lichtempfindlichen Extraterrestrier die Erde vielleicht sogar für einen neu entstandenen Stern halten.

Nach dieser zugegebenermaßen ziemlich bescheuerten Vorrede müßt Ihr Euch das hier anschauen. Unbedingt. Dann weiterlesen.

Das Foto ist natürlich nicht sonderlich aussagekräftig.

Nach Snopes handelt es sich bei diesem, ja, nennen wir es ruhig Meisterwerk, um mehr als 25 000 Lichter, zwei Monate Arbeitszeit und 10 000 Dollar Kosten. An der Straße sind Schilder angebracht, die Passanten darauf hinweisen, daß unter einer bestimmten Hörfunk-Frequenz zu den blinkenden Lichtern der passende Sound aus dem Radio kommt. Wie’s technisch vonstatten geht, beschreibt der Besitzer Carson Williams aus Ohio hier.

Zusammen mit der Lightshow muß ich bei diesem Video irgendwie unweigerlich mitnicken, obwohl ich wahrscheinlich Würgeanfälle bekommen würde, wenn ich nur die Musik hörte. Der Song stammt übrigens vom Trans-Siberian Orchestra und heißt Wizards in Winter. Abschreckende Hörbeispiele gibt’s hier.

Wer davon nicht genug bekommen kann: Hier gibt’s Jingle Bells in der geflashten (pun intended) Variante. [Windows Media]

Und zum Schluß die schlechte Nachricht: Leider wird es wohl keine Fortsetzung dieses Spektakels geben, da es vor Williams’ Haus durch die Ablenkung der Autofahrer wohl schon zu Unfällen gekommen ist.

Wundert micht nicht - ich wäre bestimmt der erste, der vor dem Haus vorbeifährt und ‘nen Unfall baut.

[via Sven]


Einmal Hölle, bitte

08.12.2005 | 01:54 Uhr | Pop

Leadsänger Justin Hawkins mal ohne Make-Up.

Menschen, die einen Fernseher zuhause haben und MTV empfangen können, sind gleich in zweierlei Hinsicht anders als ich. (Mindestens.) Diese Menschen dürften deswegen das aktuelle Video von The Darkness: One Way Ticket To Hell …And Back so ziemlich auswendig kennen. Ich aber nicht, ich hab’s gestern erst im Netz gefunden, und deswegen bin ich gerade noch ein wenig euphorisch.

Ein genial lustiges Werk von 80er-Jahre-Musikvideo-Regie-Legende (Nachtigall, ick hör Dir trapsen) Tim Pope: Die Hölle ist wegen Mangels an heißer Rockmusik zugefroren, und einzig The Darkness können sie wieder anheizen - indem sie vom Teufel höchstpersönlich geschnupft werden. Zusammen mit einer riesigen Menge Schnee.

Das muß man nicht kapieren, geil ist es trotzdem. Und der Song rockt auch, wie üblich.


Nich gut

04.12.2005 | 03:08 Uhr | Pop

Plan B - No Good

Ja, ich weiß, schon wieder was von Johnny (obwohl, eigentlich stammt’s ja auch von den Popnutten), aber “No Good” von Plan B ist einfach zu gut, um es Euch vorzuenthalten. Stop-Motion at it’s best, und der Song ist auch hörenswert.

Und nein, mit Johnnys alter Band Plan B hat das überhaupt gar nix zu tun. Vielmehr mit einem englischen Newcomer, der eigentlich ganz nette Musik macht, irgendwo zwischen HipHop und Alternative-Irgendwas vielleicht. (Das war wohl die diffuseste Beschreibung ever.)

Und ich stelle gerade fest, daß “Plan B” ein denkbar ungeeigneter Bandname ist. Alter, war das schwer, den Link zur Bandhomepage zu finden.


Juice Box

04.12.2005 | 01:36 Uhr | Pop

…Und wo wir schon gerade bei guten Videos sind:

The Strokes - Juice Box

Der Clip zu “Juice Box” von den Strokes ist ziemlich abgefahren, auch wenn man über den Song geteilter Meinung sein kann (an Ohrwurmfaktor übertrifft von denen doch nichts in der Welt Reptilia - und das Video ist im Übrigen auch extrem geil). Einfache Rechnung: Anziehend + abstoßend + lustig = sehenswert.

Windows-Media-Stream: high quality | low quality

(Woher kenn ich bloß den Radio-DJ? Ach ja, genau.)

[via Johnny, der zwar auch dem Zeitgeist hinterherhinkt, aber was soll’s]


Stay

04.12.2005 | 00:53 Uhr | Pop

Sarah Bettens - Stay

Stay” ist ein toller Song von Sarah Bettens, der ehemaligen Sängerin der legendären Singer-Songwriter-Geschwister K’s Choice.

Das Video allerdings ist noch viel tollerer.

[via Annie Questions]


Zitate für die Ewigkeit

03.12.2005 | 06:11 Uhr | Medien, Pop und Skurriles

Brittnie Spiers zum Thema Todesstrafe:

Ich bin absolut dafür. Dann lernen die Täter wenigstens fürs nächste Mal was.

[via Kavka]


Where’s Waldo?

28.11.2005 | 02:05 Uhr | Musik, Pop und Werbung

74 Bands - die muß man erst finden.

Der schiere Wahnsinn: Auf diese Collage haben sich sage und schreibe 74 Bands verirrt. Ich wiederhole: vierundsiebzig. Hab schon ein paar gefunden, aber Ihr kommt da bestimmt weiter als ich.

Viel Spaß beim Suchen.

[via Werbeblogger]


Ameraca - We Stand As One

20.04.2005 | 01:42 Uhr | Internet, Musik und Skurriles

Das ist er also: Patriotismus, wie wir ihn lieben. Der Clip tut keinem weh (zumindest nicht körperlich), wir humor- und patriotismusbefreiten Deutschen können herzhaft darüber lachen, und sehenswerter Überbiss ist auch inklusive. Der Sänger heißt übrigens Dennis Madalone, und sein Nachname ließe sich mit “Verrücktallein” wohl ganz passend übersetzen.

Zu diesem Glanzstück an blindem Hurra-Patriotismus gibt es mittlerweile auch eine sehr hübsche Remix-Version. Wenn ich richtig informiert bin, stammt die von den South Park-Machern.

[gefunden bei Werbeblogger und Shesaiddestroy]


Next best thing?

10.04.2005 | 23:19 Uhr | Pop

Die ehemalige DDR-Kinderzeitschrift “Frösi” wird wieder aufgelegt, meldet der MDR.

Und ich kann mir schon denken, wie das nächste Popstars-Casting-Retorten-Produkt heißen wird. Das hatten wir nämlich schon mal. Klang auch nicht viel besser als Frösi.


Anatomie des gemeinen Ohrwurms

10.03.2005 | 15:29 Uhr | Musik

Spiegel Online hat’s von nature und die wiederum von David Kraemer vom Dartmouth College: Ohrwürmer kriechen anscheinend tatsächlich ins Ohr - vor allem dann, wenn sie nicht zu Ende gehört wurden. Dort werden sie länger und länger, bis sie das Hirn zu Ende gesummt hat - danach fallen sie zum anderen Ohr wieder raus.

Kleines Experiment:

My loneliness / Is killing me (And I) / I must confess / I still believe (Still believe) / When I’m not with you I lose my mind / Give me a sign / Hit me baby–*


Falsch verbunden

12.02.2005 | 20:14 Uhr | Musik und Skurriles

Flip Out Guitar

Auf Barry Wood’s NAMM Oddities gibt es allerhand merkwürdige Instrumente zu bestaunen. Zum Beispiel diese Gitarren.


The Sipmsons

12.02.2005 | 19:23 Uhr | Pop

Ashlee, das hässliche Schwesterlein von Jessica Simpson, hat es - nach ihrer Rolle bei der “Himmlischen Familie” - immerhin zu irgendetwas gebracht: zur wohl meistgehassten Popsängerin Amerikas.

Bitte aufhören!

So wurde sie zur Eröffnung der FedEx Orange Bowl am 2. Januar nach ihrer Performance des Songs “La La” vom Publikum hemmungslos ausgebuht. Und die Online-Petition, die das sofortige Ende ihrer Karriere fordert, hat in kürzester Zeit immerhin mehr als 300.000 Unterschriften gesammelt. Selbst in ihre offizielle deutsche Homepage scheint man nicht sonderlich viel Energie zu investieren - ist ihr Name doch schon im Titel falsch geschrieben. Oder heißt die wirklich Ashlee Sipmson?


David versus Goliath, reloaded

12.02.2005 | 06:52 Uhr | Internet, Pop und Skurriles

Stefan Horn, der Betreiber der Fun-Flash-Seite ballz.de, steckt ein wenig in der Patsche: ohne irgendwelche böswilligen Hintergedanken verwendete er einen Song der Pop-Chansonnieuse Annett Louisan in einem seiner Flash-Cartoons. (Okay, als Hintergrundmusik, während die Cartoonfiguren poppen. Schlimm, schlimm. [Diese Stimme provoziert solche Assoziationen doch geradezu.])

Hier weiterlesen »


Akzeptanz durch Penetranz

08.02.2005 | 04:11 Uhr | Internet, Pop und Werbung

Schön, wenn sich Johnny “Spreeblick” Haeusler für seine Stories immer eine neue Darbietungsform einfallen lässt. Nach dem hinreichend bekannten Jamba-Kurs im Stil der Sendung mit der Maus, der ihn katapultartig vom Blog- zum Realprominenten machte, folgt nun sein neuester Clou: ein kleines Bühnenstück zur Lage der Label-Nation in wenigen Jahren. Für das Comic Relief sorgt (wie so oft?) - Tim Renner. Und wir lernen nur, was wir eigentlich sowieso schon wussten: wenn’s um Moral geht, schiebt jeder gern allen anderen die Schuld in die Schuhe. Und natürlich, dass Klingeltöne die Welt regieren werden. Akzeptanz durch Penetranz.

Mein Klingelton hat sich übrigens seit dem Erwerb meines Handys nicht mehr geändert: Wolfgang Hartmayers “Every Day”, besser bekannt als Ohrwurm aus der Aral-Werbung. Kann man sich hier herunterladen. Kostenlos. Ohne Abo.

Nervt die Mitmenschen aber mindestens genauso wie Sweety.


Juchuuu!

29.01.2005 | 01:21 Uhr | Musik und Skurriles

Wurde ja auch langsam Zeit, dass jemand die Leistungen des größten Singer-Songwriter-Kinder-Helden aller Zeiten würdigt.

Unser Rolfi, wie er beleibt und singt!

Kleiner Ohrwurm gefällig?

Stups der kleine Osterhase
Fällt andauernd auf die Nase
Ganz egal wohin er lief
Immer ging ihm etwas schief

…oder vielleicht:

Es schneit! Es schneit!
Kommt alle aus dem Haus
Die Welt, die Welt
Sieht wie gepudert aus

…Okay, ich hör ja schon auf.



Elektrisiert von WordPress